«Emotionenkiller» VAR wird nächste Saison eingeführt

Die Anhänger des FC Luzern wehren sich seit Wochen gegen die Einführung des Videobeweises in der kommenden Saison.

Anlässlich der Generalversammlung der Swiss Football League haben die Klubvertreter der beiden höchsten Schweizer Ligen der Einführung des Video Assistant Referee in der Raiffeisen Super League ab der nächsten Saison zugestimmt. 

Die 20 SFL-Klubs haben anlässlich der ordentlichen Generalversammlung in Bern der Einführung des VAR reglementarisch mit grosser Mehrheit zugestimmt. «Die Kosten für den Live-Betrieb ab Sommer 2019 werden von der SFL getragen. Die davor entstehenden Aufwendungen in der Test- und Implementierungsphase bis zum Start der kommenden Saison werden über das Budget des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV) geführt. Dieser Entscheid wurde anlässlich der gleichentags durchgeführten Sitzung des Zentralvorstands des SFV gefällt», schreibt die SFL auf ihrer Website.

Neuer «Emotionenkiller» im Stadion
Die Einführung des Video-Assistenten ist bei Stadiongängern sehr umstritten. Viele Fussballfans befürchten mit der Einführung des Video-Referees einen neuen Emotionenkiller im Stadion. Einige Anhänger wehrten sich seit Wochen gegen den Videobeweis und hofften, dass die Clubs das millionenschwere und aus ihrer Sicht völlig unnötige Projekt am Freitag ablehnen würden. Die Fans des FC Luzern haben in ihrem Fanzine «Stelzbock» bereits auf 20 Seiten Argumente gegen den VAR geliefert (kurvenkultur.ch berichtete). Sie plädieren unter anderem darauf, dass bestehende Regeln zuerst konsequent angewendet werden sollen, wie die 6-Sekunden-Regel bei den Torhütern, bevor neue Regelwerke eingeführt werden.

FC Winterthur befürchtet Qualitätsmangel
Wie Andreas Mösli, Geschäftsführer des FC Winterthur, vor der Generalversammlung gegenüber kurvenkultur.ch mitgeteilt hat, befürchtet man beim traditionellen NLB-Verein in Winterthur durch die Einführung des VAR einen steigenden Qualitätsmangel an Schiedsrichtern in der Nati B: «Als traditioneller NLB/Challenge-League-Klub liegt uns die Qualität in der Challenge League sehr am Herzen. Es stellt sich ja schon einmal grundsätzlich die Frage, ob wir in der kleinen Schweiz genügend viele gute Schiedsrichter haben, die den Ansprüchen des SFL-Fussballs oder höher genügen. Die Einführung von VAR, die ja nur für die Super League vorgesehen ist, würde die Qualität noch mehr auf die Super League konzentrieren. D.h. die Schiedsrichterqualität in der Challenge League würde abnehmen, weil wir nicht genügend Schiedsrichter auf hohem Niveau haben.»

Auf die Umsetzung des VAR-Projekts in der neuen Saison 2019/20 darf man gespannt sein. Lange Wartezeiten nach heiklen Torszenen sind vorprogrammiert. Der Startschuss in die neue Spielzeit fällt am Wochenende vom 20. und 21. Juli 2019. Beendet wird die Meisterschaft am 20./21. Mai 2020.

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