«Cupfinal für alle!» – Fankurven fordern faire Ticketpreise

Mittels Spruchband wehren sich die Fankurven gegen den Kombiticket-Zwang beim Cupfinal.

Die Fankurven der Cup-Halbfinal-Teilnehmer Thun, Basel, Zürich und Luzern fordern in einer gemeinsamen Aktion am Spieltag der 29. Runde mit Spruchbändern und Flyern vom SFV faire Ticketpreise für den Cupfinal vom 19. Mai in Bern.

Hier die gemeinsame Stellungnahme der vier Fankurven:

Cupfinal für alle!

Mit dieser Stellungnahme äussern sich die Fankurven der vier Halbfinalisten Basel, Luzern, Thun und Zürich zum anstehenden Cupfinal 2019 beziehungsweise der verfehlten Preis­politik des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV) sowie der schleichenden Einführung von Kombitickets.

Preispolitik 

In den Vorbereitungen auf den Final zeichnet sich ab, dass der SFV wie bereits in vergangenen Jahren eine Preispolitik verfolgt, welche eher leere denn volle Ränge zur Folge haben wird. 

Jahr 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
Günstigstes Ticket 50/25 40/25 40/25 30 35 40 50 50

Obschon dieser Umstand bereits letztes Jahr von der Zürcher Südkurve kritisiert wurde, scheint sich auch dieses Jahr nichts daran zu ändern: 50 Franken pro Ticket in den Fankurven und 100 respektive 120 Franken für einen Platz auf den Tribünen lassen den Besuch des Cupfinals für die Fans zu einer Luxus-angelegenheit verkommen. Plätze wohlgemerkt, welche an Ligaspielen der Young Boys plus/minus nur die Hälfte kosten. Im letzten Jahr kam dies vor allem deshalb nicht zum Tragen, weil man die Meisterschaftseuphorie in Bern geschickt ausnutzen konnte.

Zusätzlich verschärft wird die Situation durch fehlende Ermässigungen für junge oder einkommensschwache Fans. Diese Vergünstigungen sind bei Ligaspielen üblich und wurden auch schon bei vergangenen Cupfinals gewährt. So aber müssen beispielsweise zwei Erwachsene mit zwei Kindern auf der Tribüne alleine für Tickets satte 400 Franken ausgeben, wenn sie Mitte Mai nach Bern reisen wollen. Eine Preispolitik, welche mehr aus- denn einschliesst.

 Kombitickets 

Das scheinheilige Argument, dass die Anreise per Extrazug im Ticketpreis inbegriffen ist, können wir nicht gelten lassen. Eine Koppelung des Stadioneintritts an bestimmte Verkehrsmittel und Anfahrtswege stellt einen abzulehnenden Schritt in Richtung Kombitickets dar. Fans sollen selber bestimmen dürfen, wie sie zum Stadion anreisen, um ihren Verein zu unterstützen.

Kommt dazu, dass traditionell gerade beim Cupfinal nur ein Teil der Fans die Extrazüge benutzt, während viele andere auf allen möglichen Wegen nach Bern pilgern. Wer mit dem Auto oder anderen Zügen anreist, zahlt für die Anreise quasi doppelt und quersubventioniert die Extrazüge, da es keine Tickets ohne inbegriffene Extrazug-Fahrt gibt. Besonders absurd zeigte sich diese Koppelung im letzten Jahr, als auch die Fans der Young Boys für den Cupfinal in Bern diese Kombitickets kaufen mussten, obwohl für sie im eigenen Stadion eine Anreise mit einem Extrazug natürlich überflüssig war.

 Cup-Geist 

Der Final dieses Wettbewerbs darf nicht aufgrund einer überteuerten Preispolitik den Charakter der vorangehenden Runden zunichtemachen. Der Cup ist Fussball für alle, bei dem Nationalligisten auf den Feldern der Regionalligisten spielen und die verschiedenen Realitäten des Schweizer Fussballs -aufeinanderprallen – Champions League-Teilnehmer trifft Amateurfussballer. Um diesen Geist zu wahren und damit aus einem Volksfest nicht ein Spiel vor halbleeren, überteuerten Rängen wird, soll auch der Cupfinal möglichst vielen Fans zugänglich sein.

Zur Erhaltung dieses speziellen Charakters des Schweizer Cup sowie der traditionellen gesellschaftlichen Bedeutung des Fussballs als Volkssport, welcher alle Bevölkerungsschichten miteinander verbindet, fordern wir:

1. Faire Preise auf allen Tribünen 

2. Eine Entkoppelung von Stadioneintritt und Extrazug-Fahrt

13./14. April 2019

Block Süd Thun | Muttenzerkurve Basel | USL | Zürcher Südkurve

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